Zusammenfassung
ROSE ist ein Film über die Unsichtbarkeit von häuslicher Gewalt. Regisseurin Annika Mayer begibt sich auf Spurensuche, interviewt ihre Großmutter ROSE über alte Familien-Super8-Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren. Sie zeigen eine Familie in der Zeit des westdeutschen „Wirtschaftswunders“: ein schickes Haus mit Garten in einer deutschen Kleinstadt, ein Urlaub an der Nordsee, ein Sonntagsausflug zur Landesgartenschau. Es sind Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik eingeschrieben haben; es ist eine gesellschaftliche Erwartung, die auf Film gebannt wird - man nimmt auf, was man sehen will. Doch hinter der Fassade kommen Erinnerungen hoch, Fragmente einer vergangenen Zeit, die immer noch nachklingt. Der Film thematisiert die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit. Bei näherer Betrachtung des Materials machen die Zweifel, die in den Zuschauern geweckt werden, das Unsichtbare sichtbar. Durch Roses Erzählung wird das Bild vom Familienglück Stück für Stück demontiert.