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Mai

Zusammenfassung

Born in Evin folgt der Filmemacherin und Schauspielerin Maryam Zaree auf ihrer Suche nach den gewalttätigen Umständen ihrer Geburt in einem der berüchtigtsten politischen Gefängnisse der Welt. Genau vierzig Jahre sind vergangen, seit die Monarchie des Schahs von Iran gestürzt und die Islamische Republik ausgerufen wurde. In den 1980er Jahren ließ Ayatollah Khomeini, der sogenannte religiöse Führer, Zehntausende politische Gegner verhaften, verfolgen und ermorden. Darunter die Eltern des Filmemachers, denen es nach Jahren im Gefängnis gelang, in Deutschland Asyl zu beantragen. Die Familie sprach nie über ihre Verfolgung und Inhaftierung. Maryam Zaree stellt sich der jahrzehntelangen Stille und geht ihren eigenen Fragen nach dem Ort und den Umständen ihrer Geburt nach. Sie trifft andere Überlebende, spricht mit Experten und sucht nach den im selben Gefängnis geborenen Kindern. Sie versucht Antworten auf ihre persönlichen und politischen Fragen zu finden. Was sind die persönlichen Folgen von Verfolgung und Gewalt, wenn dieselben Täter an der Macht bleiben, während die Opfer ihre Geschichten verinnerlichen? Und was bedeutet es politisch, sich dem Schweigen innerhalb der Familie zu stellen. Das Politische ist privat und das Private politisch. Mit dieser Überzeugung arbeitet Maryam Zaree durch die Komplexität von Trauma und Verleugnung.