Moria Six

26

August

Zusammenfassung

Nach der Zerstörung des Lagers Moria auf Lesbos im September 2020 wurden sechs Geflüchtete für den Brand verantwortlich gemacht und in einem Prozess verurteilt, dessen Rechtmäßigkeit umstritten ist. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht der Austausch von Briefen zwischen Hassan, einem der sechs verurteilten Jugendlichen, und dem Regisseur. In seinen Briefen erzählt Hassan von seinem Alltag, seinen Wünschen und Ängsten. Der Film nutzt die umstrittene Verurteilung als Ausgangspunkt, um Licht auf die neue europäische Flüchtlingspolitik und die strukturellen Formen der Marginalisierung zu werfen, die sie mit sich bringt. Der Kontrast zwischen dem griechischen „Urlaubsparadies“ – Lesbos – und dem neuen Flüchtlingslager, das als Hochsicherheitsbereich in nahezu unberührter Landschaft fungiert, könnte dramatischer nicht sein. Das neue Lager zeigt, wie Europa Geflüchtete behandelt: mit verschlossenen Türen und einem unmenschlichen Blick auf den „Anderen“.